“Das habe ich beim letzten Mal doch noch gekonnt!”

Irgendwann kommt der Tag, an dem man bei den verschiedenen Tätigkeiten in Haus und Garten verwundert diese Feststellung macht. Fensterputzen, Gardinen aufhängen, Hecke schneiden, eine Glühbirne wechseln: Beim letzten Mal war es doch noch gar kein Problem, auf eine Leiter zu steigen, die Heckenschere zu halten oder die Gardinen “über Kopf” in die Schiene zu fummeln. Aber plötzlich ist da dieses Gefühl der Schwäche, der Unsicherheit – man merkt: Der Geist ist willig, aber die Muskeln, die Gelenke, der Gleichgewichtssinn, sie machen nicht mehr so mit, wie sie es früher getan haben. Es in diesem Augenblick mit aller Gewalt trotzdem zu versuchen ist gefährlich, die meisten Unfälle im Haushalt passieren, wenn man nach dem Motto verfährt: “Es ist noch immer gut gegangen!” Dabei sind es ja oft nur Kleinigkeiten: Es würde ja schon reichen, wenn jemand die Leiter hält, wenn jemand die Gardine oder die Glühbirne entgegen nimmt oder anreicht…

Soll ich jetzt die Kinder, Enkel, oder den Nachbarn bitten? Wie steh’ ich dann da, was denken die von mir? Die zählen mich doch sofort zum alten Eisen, und das bin ich noch lange nicht!

Hier können wir helfen: Der Verein “Bürger helfen Bürgern e.V. – Bürgergenossenschaft Weingarten”. Unsere Mitglieder helfen sich gegenseitig und dezent, auch bei solch vermeintlichen “Kleinigkeiten” wie oben geschildert. Sprechen Sie uns an!

Das Angebot der Bürgergenossenschaft umfasst:
– wir schauen bei Ihnen vorbei
– wir entlasten pflegende Angehörige
– wir bieten die kleinen Hilfen für den Alltag
– wir fahren Sie dorthin, wo Sie hin müssen, wenn Sie nicht fahren können
– wir erklären Ihnen, wie etwas funktioniert
– wir helfen bei Arbeiten im Haus und im Garten
– wir helfen Ihnen bei technischen Herausforderungen, nicht nur am PC

Sommerzeit – Gartenzeit….

Hilfe? – Nicht gleich abschrecken lassen!
Oder: Gartenarbeit ist nicht gleich Gartenarbeit

“Vor ein paar Jahren hätte ich das noch gekonnt, aber heute trau’ ich mir das nicht mehr zu!” Ein durchaus berechtigtes Argument, welches die Koordinatoren der Bürgergenossenschaft immer wieder mal zu hören bekommen, wenn sie nach Helfern suchen. Älter zu werden geht nun mal leider an niemandem spurlos vorbei. Aber bedeutet das, gleich die Flinte komplett ins Korn zu werfen und sich gar nichts mehr zuzutrauen?
Ein typisches Beispiel: Ein Mitglied der Bürgergenossenschaft sucht gerade jemanden, der ihm bei einer “Gartenarbeit” hilft. Beim Wort Gartenarbeit denken die Meisten natürlich sofort an Beete umgraben, Bücken oder Hinknien und Unkraut jäten, auf Leitern steigen und Äste absägen oder gleich ganze Bäume fällen und andere Kräfte zehrenden Arbeiten. Ja früher, da hätte man da noch helfen können, aber heute? Die Gelenke, die Bandscheiben, der Gleichgewichtssinn tun es eben nimmer so wie noch vor ein paar Jahren.
Dabei sucht dieses Mitglied eigentlich nur nach jemandem, der ihm beim Veredeln eines Apfelbaums zeigen kann, wie es gemacht wird. Jemand, der das berühmte Know-How und das Fingerspitzengefühl hat, das Reis so auf die Unterlage zu pfropfen, dass es später auch anwächst. Dabei ist Können und Wissen gefragt, keine Körperkraft! Da kann der Helfer nebenbei auch noch alte Tricks und Kniffe weitergeben, welche sonst vielleicht für immer verloren gehen.
Die Moral von der Geschicht’? Reden Sie mit uns, schildern Sie Ihre Fähigkeiten! Wir haben die Fragebögen für unsere Mitglieder, “wer kann was”, bewusst einfach gestaltet – vielleicht ein bisschen zu einfach. Wir würden uns freuen, mit Ihnen gemeinsam heraus zu arbeiten, was Sie sonst noch alles können! (Und Sie werden sich selber wundern, was da alles zum Vorschein kommt!) Dazu eignen sich am besten die Sprechstunden der Bürgergenossenschaft, jeden Donnerstag von 17 bis 18 Uhr im B3 (Bahnhofstraße 3). Kommen Sie vorbei!
Die Bahnhofstraße 3 liegt gegenüber vom Rathausplatz, auf der anderen Seite des Walzbachs. Sie ist das gemeinsam Domizil vom Familienzentrum Allerdings, dem Ortseniorenrat und der Bürgergenossenschaft.

Vereinsgründung

54 Interessierte sind am 5. Juli der Einladung gefolgt und haben die Gründung des Vereins Bürgergenossenschaft Weingarten e.V. mitsamt der vorgestellten Satzung einstimmig beschlossen.

Sowohl alt eingesessene Weingärtner als auch neu Zugezogene zwischen 30 und 90 Jahren hatten zuvor den Mitgliedsantrag abgegeben und füllten das Turmzimmer des Rathauses Weingarten.

Die Gründung, ein etwas formaler Akt, wurde vom gewählten Versammlungsleiter Herrn Heinz Schammert Schritt für Schritt durchgeführt. Für alle vorgesehenen Positionen haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger gefunden, die bereit sind die anstehenden Aufgaben zu übernehmen.So wurde der laut Satzung aus drei Mitgliedern bestehende Vorstand wie folgt jeweils einstimmig gewählt. Zum 1. Vorsitzenden wurde der bisherige Koordinator des Projektes Herr Heinz Schammert gewählt, zum 2. Vorsitzenden Herr Fritz Liebersbach. Herr Andreas Reuter wurde zum Schriftführer gewählt.

Die weiteren Funktionsträger sind Frau Beate Barth als Kassenwartin. In die beiden Beisitzer Positionen wurden Frau Kerstin Hartmann und Herr Jörg Hoffmann gewählt.

Die Kassenprüfung wird Frau Gerdi Daum und Herrn Michael Dambmann obliegen.

Nach Abschluss der Wahlen wurde über die Jahres-Mitgliedsbeiträge abgestimmt. Diese sind wie folgt festgelegt:

Einzelmitgliedschaft 28 €
Familien / Lebensgemeinschaften 39 €
Juristische Personen 50€.

Geplant ist, die Jahresbeiträge nach Eintrag ins Vereinsregister und erfolgter Kontoeröffnung immer am 15. September eines Kalenderjahres zu erheben.

In der anschließenden Diskussion zu Beschlüssen über Organisationsfragen gab es Fragestellungen, die noch nicht ganz geklärt sind und diese wurden dem frisch gewählten Vorstand als Arbeitsauftrag mitgegeben. So erschien unklar welche Bedeutung es hat, wenn eine Organisation Mitglied wird. Eine weitere Frage eines Mitglieds war, ob auch an ein Café als Begegnungsstätte gedacht sei, das ja nicht nur für Mitglieder interessant wäre. Heinz Schammert sprach zwar von einer Einschränkung der Angebote der Genossenschaft für Mitglieder, ein öffentliches Angebot der Begegnung ist dabei aus seiner Sicht natürlich nicht ausgeschlossen, sondern erwünscht.

Bürgermeister Eric Bänziger beglückwünschte in diesem Zusammenhang alle Anwesenden und die Gemeinde zu dieser Gründung: ” Ich sehe in der Bürgergenossenschaft ein Dach mit dem Ziel der gegenseitigen Hilfeleistung und freue mich für die Gemeinde Weingarten über dieses Engagement.”

Doch jetzt geht die Arbeit erst los. Nach der Eintragung ins Vereinsregister sind die berechtigten Fragestellungen zur Mitgliedschaft von Organisationen und Institutionen zu lösen. Ein Katalog von möglichen Unterstützungsangeboten muss zusammengetragen und veröffentlich werden. Ehepaar Trauboth hat der Bürgergenossenschaft im Fränkischen Hof dankenswerterweise Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Durch die zentrale Lage und den barrierefreien Zugang ist dieser Ort ideal, und ermöglicht der Bürgergenossenschaft eine generationenübergreifende Begegnungsstätte.

Auf Einladung von Herrn Bürgermeister Bänziger wurde im Anschluss an den offiziellen Teil auf die Gründung angestoßen und bereits erste neue Kontakte geknüpft und Ideen entwickelt. Vielleicht liegt gerade in dieser Zweiteilung von Vortrag und Begegnung der besondere Reiz dieser Initiative. Denn gerade beim persönlichen Gespräch sprudelten die Ideen. Es zeigte sich … weiterlesen